Trauma-Therapie mit körperlichen Grenzen und ihrer
symbolischen Bedeutung in der Pesso-Psychotherapie (Pesso Boyden System
Psychomotor, PBSP)
Dr. Lowijs Perquin, Psychiater-Psychotherapeut, Psychiatrische Universitätsklinik
Amsterdam,
Ausbilder in Pesso-Psychotherapie (Pesso Boyden System Psychomotor,
PBSP)
Vortrag und Live-Demonstration, 14. November 2003
Studio Bodybliss, Türkenstr. 78, 80799 München
Eintritt: 12 €
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Traumatisierte Klienten haben große Schwierigkeiten, einem
Beziehungsgeschehen zu vertrauen, ihr inneres Erfahrungsbild ist geprägt von
negativer Erwartungshaltung, Entwertung und Misstrauen im Kontakt. Aus ihrer
tiefen Grundüberzeugung, dass niemand sie wirklich verstehen oder ihre Gefühle
aushalten kann, resultieren Verhaltensweisen, die im therapeutischen Prozess
nicht einfach zu handhaben sind. Ätiologisch geht dies einher mit einer frühen
Lerngeschichte, die geprägt ist durch destruktiven psychische und körperliche
Erfahrungen von Seiten ihrer Bezugspersonen. Dadurch fehlt ein inneres Abbild
eines guten Gegenübers, das die körperlich emotionalen Impulse in für die
Klienten guter Weise begrenzt und in adäquater Weise anerkannt hätte. Daraus
resultieren u.a. auch innere Impulse scheinbar unbegrenzter und überwältigender
Emotionen, die als so bedrohlich erlebt werden, dass sie im
Interaktionsgeschehen kontrolliert und häufig auch unterdruckt oder abgespalten
werden müssen.
Die Pesso Boyden
Psychomotor Therapy (PBSP) verbindet körperorientierte, kognitiv behaviorale
und psychodynamische Gesichtspunkte zu einer Systematik, die ein klares und
Sicherheit gebendes behandlungstechnisches Vorgehen erlaubt.
Die Methode bietet Möglichkeiten
Isolations- und Omnipotenzerfahrungen die mit Traumatisierung verbunden
sind zu ihrem ursprünglichen historischen interaktionellen Kontext zurück zu
bringen.. Heilende symbolische Gegenerfahrungen mit körperlicher Begrenzung und
Limitierung fördern die Internalisierung neuer alternativer
Interaktionsperspektiven.
Dr. Lowijs Perquin, MD, arbeitet als
Psychiater und Dozent an der Psychiatrischen Universitätsklinik der Freien
Universität Amsterdam. Er ist Supervisor und Ausbilder in Pesso Boyden
Psychomotor Therapy (PBSP) und veröffentlichte Artikel zu Themenbereichen aus
Psychiatrie, Psychotherapie und PBSP.
In dem Vortrag sowie in der anschließende
Live-Demonstration zeigt Dr. Perquin die
entwicklungsgeschichtlich-psychologischen Implikationen eines mangelhaften
Erlebens integrierender Grenzsetzungen in der Kindheit. Anschließend
demonstriert er die praktischen Prinzipien körperlicher Grenzsetzungen im
Rahmen einer Gruppe von erwachsenen Klienten. In seinem Vortrag unterstreicht
er die Bedeutung moderner neurowissenschaftlicher Forschung als
wissenschaftliche Informationsquelle für körperorientierte Psychotherapeuten.
Englischsprachige
Artikelsammlung über PBSP, inkl. mehrerer Artikel von Lowijs Perquin, M.D.